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 Betreff des Beitrags: Seth erzählt
 Beitrag Verfasst: Do 24. Jan 2019, 01:27 
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Heiler
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Registriert: Mi 23. Jan 2019, 20:04
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„Ich war dort nicht allein bei den Kultisten. Am Anfang waren wir zu zweit“, beginne ich Dai zu erzählen, der ruhig neben mir sitzt und schweigt.

„Ein junger Mann, sein Name war Hirion, er sollte eines von Si... ihrer Opfer werden“, schon bei der Umschreibung der dunklen Göttin schnürt sich meine Kehle zu und ich habe das Gefühl zu ersticken. Ich schlucke und räuspere mich dann um weiter zu reden.
„Allerdings befand man ihn ebenso unwürdig wie mich. Schwuchteln hieße sie nicht willkommen sagte man mir in meinem Fall. Und da wir somit überflüssig waren machte uns das zum perfekten Spielzeug für ihre grausamen Launen, ihn noch mehr als mich zunächst“, ich lache bitter auf, bringe es aber nicht übers Herz Dai anzusehen. Was würde er wohl von mir halten wenn ich fertig war mit reden?
„Im nachhinein weiß ich nicht welches Schicksal besser gewesen wäre, denn sie haben wirklich viel und ausgiebig gespielt, manchmal täglich, manchmal hatten wir einige Tage zum ausruhen dazwischen in denen ich unsere Wunden heilen konnte. Oder nein, eigentlich nur Hirions. Meine Aufgabe war es bei den Quälerein zuzusehen denen sie ihn unterzogen. Ich war das Publikum“, meine Stimme wird leiser, belegter, erneut muss ich mich räuspern. Ich wollte es eigentlich nicht erzählen, und doch drängen die Worte nach draußen.
„Ich heilte ihn, jedesmal und immer wieder versuchte ich ihn von den Schmerzen zu befreien. Seine Wunden zu heilen aber“, mein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen. „Ich war zu schwach Dai, egal wie viele Heilzauber ich sprach, ich habe es nicht geschafft. Ich konnte ihm nicht wirklich helfen, meine Kräfte haben dafür einfach nicht ausgereicht“, ich ziehe die Knie enger an meinen Oberkörper, wiege mich sacht vor und zurück. Es schmerzte, die Erinnerungen schmerzten so sehr und ich spüre wie sich über meine Augen ein feuchter Film legt.
„Letzlich habe ich ihn nur immer wieder soweit fit bekommen dass er die folgende Qualen überstand ohne zu sterben“, meine Stimme wird deutlich wackeliger. „Ich habe ihn getötet Dai, ich habe ihn umgebracht, habe meinen Eid als Heiler missachtet um ihm einen friedlichen Tod zu schenken“, flüstere ich dann so leise das ich mir nicht einmal sicher bin ob er mich versteht.

„Er hat angefangen darum zu flehen, hat mich angebettelt ihn nicht mehr zu heilen. Ich wollte es nicht, habe ihn angefleht mich da drin nicht allein zu lassen“, was für ein Egoist ich doch gewesen war. „Aber sie haben uns mürbe gemacht. Ich weiß gar nicht wie ich diese Bilder verdrängen konnte die ich dort gesehen habe“, eng umklammere ich meine Beine. Traue mich nicht zu dem Mann neben mir zu sehen, aus Angst was ich in seinem Auge würde lesen können.
„Also habe ich es eines Tages einfach getan, ich habe eine der Schnittverletzungen mit einem fast stumpfen Messer erweitert bis ich die Vene öffnen konnte damit er verblutete“, erneut schaukele ich bei den Erinnerungen vor und zurück, habe das Gefühl nicht mehr weitersprechen zu können.
„Ich wollte ihm einen friedlichen Tod schenken, wollte das wenigstens er gehen konnte. Aber sie mussten uns wohl beobachten haben. Oder aber diese Monster haben das Blut gerochen“, ich würge trocken und schließe für einen Moment die Augen um sie im nächsten wieder aufzureißen. Finsternis machte es nicht besser.

„Sie kamen in die Zelle gestürmt, alles Vampire oder Halbvampire. Haben sich auf ihn geworfen wie ein ausgehungertes Rudel Raubtiere. Ich habe es in seine Augen gesehen Dai, ich habe zugesehen wie sie ihn bei lebendigem Leib zerfetzt haben“, ich kann es nicht mehr zurückhalten. Ich weine, fühle wie die Tränen die Narben auf meinen Wangen hinunterlaufen. „Ich habe versucht sie davon abzuhalten, habe gebettelt und gefleht. Aber diese Monster haben mich nur ausgelacht. Sie sind schlimmer als Tiere“, und genau deshalb verabscheute ich Kamil bis aufs Letzte. Wie konnte sie nur..., wie nur.
„Kurz darauf habe ich mich ebenso versucht umzubringen, aber sie wollten wohl ein Spielzeug behalten“, ein Weinkrampf schüttelt meinen Körper. So wie schon unzählige Male zuvor in Gefangenschaft. „Und dann spielten sie ihre Spiele mit mir, aber vorsichtiger als mit Hirion, vermutlich weil sie keinen zweiten Heiler hatten“, bemerke ich sarkastisch und wische mir grob die Tränen aus dem Gesicht. „Ich konnte das nicht mehr, schon das zusehen müssen bei Hirion hatte mich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Als Spielzeug für ihre Spiele und als Bluthure herhalten zu müssen brachte mich zum aufgeben. Ich wollte nicht das sie an mir nuckelten wann immer sie wollten,wie an einer verdammten Flasche, aber wehren hatte keinen Sinn. Darüber freuten sie sich nur, brachen mir einen Arm, später auch ein Bein, neben anderen diversen Verletzungen. Ich war ja Heiler“, ich lache verweifelt und vermutlich auch ein wenig verrückt. „Und dann, dann ließen sie sich etwas neues einfallen. Sagten sie würden mich freilassen wenn ich einen einzigen Kampf mit einer Waffe gegen einer der Ihren gewinnen würde“, wie dumm ich doch gewesen war.


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 Betreff des Beitrags:
  Verfasst: Do 24. Jan 2019, 01:27 
 


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 Betreff des Beitrags: Re: Seth erzählt
 Beitrag Verfasst: So 27. Jan 2019, 19:37 
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Registriert: Mi 23. Jan 2019, 20:04
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„Ich habe ihnen geglaubt, wollte es glauben, hatte wieder Hoffnung. Nur das ich jeden einzelnen Kampf haushoch verloren habe. Die einzige Erkenntnis die ich gewann, die mir eigentlich nur bestätigt wurde, war das ich einfach kein guter Kämpfer bin. Das hat mir Rhania schon gesagt weißt du. Und ich bin mir ziemlich sicher dass die Kultisten das auch wussten“, ich schweige einen Moment.

„Das war der Moment wo ich nur noch sterben wollte, dieser Zelle und allem entfliehen. Wollte vergessen, ich heilte mich nicht mehr. Ab dem Zeitpunkt an waren meine Tage gezählt, ein Spielzeug dass nicht mehr mitspielt ist wertlos“, ein bitteres Lächeln tritt auf meine Lippen. „Ich wusste zumindest dieses Spiel würde diesmal ich gewinnen. Als meine Befreier kamen war ich nicht mehr wirklich bei Sinnen. Nicht mal das Abschiedsgeschenk habe ich wirklich mitbekommen“, ich fahre mit dem Finger über die nassen Narben auf den Wangen

. „Das Einzige, an das ich mich erinnern kann sind eine fremde Sprache, ein gelbgrüner Wirbel und das mein Körper sich auf einmal gegen mich auflehnte. Wo ich sterben wollte begann er wieder zu leben“, ich schüttele ungläubig mit dem Kopf. „Danach bin ich in irgendeinem Gebäude wieder aufgewacht. Gefesselt und kaum fähig mich zu rühren“, ich schweige, starre auf meine Beine um nicht irgendwo anders hinsehen zu müssen.
„Nun weißt du also was ich bin. Eine Schwuchtel, ein Eidbrecher und Mörder, Versager und Schwächling. Und als wenn das nicht schon reichen würde auch noch ein Drogenabhängiger.“


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